Naturwerkstoffe
Propolis-Farben Meiners

Technisches Merkblatt - Hartöl

Verwendungszweck/Art d. Werkstoffs

Hart auftrocknendes öliges und harzhaltiges Bindemittel zur Vergütung von saugenden und nichtsaugenden Oberflächen aus Holz, Kork, unglasierten Fliesen, auch Metall. Das Material hat ein gutes Pigmentaufnahme-vermögen, reicht jedoch als Alleinbindemittel für Decklacke nicht aus. Lösemittelhaltig.

Zusammensetzung

Holz(Tung-)öl-Leinölstandöl-Naturharzverkochung, Lösemittel: aromatenfreie aliphatische KW, Balsamterpen-tinöl, D’Limonene, bleifreie Trockenstoffe

Farbe

Je nach Holzart stark oder leicht honigtönend,auf jeden Fall „anfeuernd“, transparent, Proben durchführen !

Verarbeitungshinweise

Verarbeitungstemperatur muss mindestens 10°C betragen.

Holzfeuchte sollte bei Nadelholz 15%, bei Laubholz nicht 12% übersteigen.

Auf ausreichenden Haut- und Atemschutz achten (Luftaustausch, gut lüften während der Trocknung).

Während der Verarbeitung und Trocknung direkte Sonneneinstrahlung und hohe Luftfeuchtigkeit meiden.

Sicherheitsratschläge

Hartöl ist lösemittelhaltig, kann bei Verschlucken Lungenschäden verursachen. Für Kinder unzugänglich lagern. Nur in gut gelüfteten Räumen verwenden. Nicht in die Kanalisation gelangen lassen. Produkt ist leicht entzündlich: feuersicher aufbewahren. Gebrauchte ölige Putzlappen einzeln ausgebreitet trocknen lassen oder dicht verschlossen aufbewahren.

(Selbstentzündungsgefahr der trocknenden Öle).

Entsorgung

Eingetrocknete Reste können in den Hausmüll gegeben werden; flüssige Reste: EAK-Code 2001 12: FARBEN

Lagerstabilität

Kühl, frostfrei trocken und verschlossen im vollen Gebinde ca. 2 Jahre

Werkzeugreinigung

Arbeitsgeräte(Pinsel etc.) gut ausstreichen, sofort nach Gebrauch mit Balsamterpentinöl, Terpentinersatz o.ä. reinigen und anschließend mit rückfettender Seife auswaschen (Kernseife).

Verdünnungsmittel

Verarbeitungsfertig eingestellt; ggf. mit Balsamterpentinöl, Iso-Paraffinen, aliphatischen KW, Limonenen oder auch Terpentinersatz verdünnbar.

Verbrauch

Genaue Verbrauchsmenge muss am Objekt ermittelt werden. Es sollten jedoch 0,05L/m² nicht überschritten werden: es könnte zu Trocknungsproblemen und Runzeleffekten führen: deshalb sehr dünn verarbeiten. Prinzip: zweimal dünn ist besser als einmal dick!

 

Anstrichaufbau (bei Holzfußböden)

Untergrundvorbereitung

Holz gut schleifen (z.B 120er Körnung), Schleifstaub entfernen (gut ausbürsten und mit feuchtem Tuch aufneh-men); Harzgallen etc. gesondert behandeln.

Grundierung

Holz satt mit Grundieröl tränken, indem zweimal nass in nass mit Pinsel Grundieröl großzügig aufgetragen wird.

Um feststellen zu können, ob das Holz ausreichend Grundieröl aufgenommen hat, muss ein Ölüberstand nach ca. 10 Min. wieder mit Lappen abgewischt werden können. Bei Verwendung einer Poliermaschine kann der Über-stand mit dem weißen Pad abgenommen werden. Danach 24 Std. trocknen lassen und leicht zwischenschleifen.

Merke: die Grundierung bei stark beanspruchten Holzoberflächen ist mindestens so wichtig, wie die sorgfältige Oberflächenbehandlung, denn bei Beschädigung der Oberläche sollten z.B. keine farbstoffhaltigen Flüssigkeiten in das Holz eindringen können.

Zwischenbehandlung

Nach dem Zwischenschliff (180-220er Körnung) Hartöl dünn mit Stoffballen auftragen: hierbei sieht man dann auch, ob die Fläche gut grundiert worden ist; im Streiflicht sollte schon ein gleichmäßiger Glanz erkennbar sein.

Ist dies nicht der Fall, saugt das Holz noch, dann sollten die Überstände, wie bei der Grundierung, wieder abgenommen werden.

Selbstverständlich kann das Hartöl mit der Maschine aufgetragen werden, wodurch der Verbrauch weiter redu-ziert werden kann (zweimal dünn hält besser als einmal dick !); auf keinen Fall sollten bei diesem Arbeitsgang mehr als ein Liter/20 m² verbraucht werden. In Ruhe durchtrocknen lassen: mind. 24 Std..

End-/Schlußbehandlung

Nun kann sehr dünn und gleichmäßig das Hartöl auf die Fläche mit Stoffballen oder Maschine ein-/oder mehrmals aufpoliert werden, bis das Ergebnis erreicht ist, welches den ästhetischen Vorstellungen entspricht, selbst-verständlich mit den jeweils ausreichenden Trockenzeiten. Rein technisch sind die geschilderten drei Arbeitsgänge erst einmal ausreichend; wenn bei grob abnutzendem Gebrauch regelmäßig mit 1:1 verdünntem Hartöl dünn überpoliert wird, was dann eher zu den Pflege- als zu den Reparaturarbeiten zählt.

Die Angaben in diesem Merkblatt dienen der Information und Beratung, entbinden den Verarbeiter nicht davon, die Produkte selbst auf ihre Eignung für den vorgesehenen Verwendungszweck zu prüfen. Daher folgt aus den Angaben keine Verbindlichkeit und Haftung

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